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1. Gibt es im ersten Buch Mose die Dreieinigkeit oder Trinität?

von Servetus the Evangelical

Die meisten Christen glauben an die kirchliche Lehre von der Dreieinigkeit, die besagt, dass Gott ein Wesen sei, das aus drei wesensgleichen und gleichewigen Personen besteht: Aus Vater, Sohn und Heiliger Geist. Viele zitieren als ihre wichtigste alttestamentliche Stütze für die Dreieinigkeit drei Stellen aus dem 1. Buch Mose. Das sind 1.Mose 1,26; 1.Mose 3,22 und 1.Mose 11,7. (Oft nehmen sie auch Bezug auf diese Stellen, wenn sie behaupten, dass Jesus präexistiert hat.)
Diese Verse lauten:

  • 1.Mo 1,26: "Und GOTT sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich!"
  • 1.Mo 3,22: "Und GOTT, der HERR, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses."
  • 1.Mo 11,7: "Und der HERR sprach: ... Auf, lasst uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren."

In diesen drei Belegstellen ist GOTT der Sprecher; aber keiner dieser drei Verse teilt uns mit, wer mit "uns" gemeint ist. Viele Trinitarier behaupten, dass mit "uns" die anderen beiden Personen der Dreieinigkeit gemeint sind, - der präexistierende Jesus und der Heilige Geist.

Die vier wichtigsten Interpretationen des Wortes "uns" in 1.Mo 1,26 sind folgende:

1. Die meisten Juden haben darin die Kommunikation GOTTES mit einer speziellen Gruppe von Engeln gesehen, die sich um den Thron des himmlischen GOTTES versammelt haben und Seinen königlichen Hofstaat oder die himmlische Ratsversammlung bilden.
2. Die nach-nicänischen Kirchenväter haben das "uns" so verstanden, dass Gott, der Vater, zu den zwei anderen Mitgliedern der Dreieinigkeit spricht.
3. Viele Ausleger haben in diesem Wort einen Pluralis Majestatis gesehen, der einen trinitarischen Glauben zulässt, aber ihn nicht notwendig macht.
4. GOTT hat mit sich selbst gesprochen.

Die Tendenz, mit der man diesen Vers (1,26) interpretiert, bestimmt, wie man normalerweise auch die beiden anderen behandelt, sodass alle drei Stellen gleich interpretiert werden.
Das "uns" in 1.Mo 1,26 kann nicht die angeblichen zwei anderen Mitglieder der Dreieinigkeit meinen, weil dieser Vers sagt, dass GOTT die Menschen in Seinem Bild gemacht hat. Wenn GOTT eine Dreieinheit von Personen ist, dann müsste der Mensch, der in GOTTES Bild gemacht worden ist, ebenso ein dreipersonales Wesen sein. Da der Mensch aber ein einpersonales Wesen ist, muss GOTT auch ein einpersonales Wesen sein. (Wo der Mensch einer Dreipersonalität am nächsten kommt, ist die Schizophrenie; sie ist eine Geisteskrankheit, die GOTT bestimmt nicht treffend wiederspiegelt.)

Das Wort, das mit "GOTT" übersetzt wird, ist in der hebräischen Bibel Elohim, die Pluralform von Eloah. Elohim ist häufig zu El verkürzt worden. Elohim kommt im Alten Testament über 2570 Mal vor, entweder als Gattungsname oder als Gottesname. Viele frühere Trinitarier haben darauf bestanden, dass Elohim, die Pluralform, darauf hinweisen würde, dass Gott aus einer Mehrzahl von Personen besteht.
Jüdische und viele heutige christliche Theologen stimmen diesem Argument nicht mehr zu. Sie bringen vor, dass das Pluralwort Elohim nur auf eine Intensität hinweist, die die Erhabenheit und Größe GOTTES zum Ausdruck bringt.
Jack B. Scott sagt, dass die meisten theologischen Gelehrten darauf bestehen, dass diese "Pluralform in der Regel als ein Pluralis Majestatis beschrieben wird und nicht als ein realer Plural gemeint ist, wenn er für GOTT gebraucht wird. Das lässt sich aus der Tatsache erkennen, dass das Substantiv Elohim durchgängig mit singulären Verbformen und mit Adjektiven und Pronomen im Singular verwendet wird." Dann zitiert er den Altertumsexperten William F. Albright, der behauptet hat, dass dieser Pluralis Majestatis im alten Orient üblicherweise verwendet worden ist, um die "Absolutheit der Bekundungen einer Gottheit" zum Ausdruck zu bringen. Der Trinitarier F.F. Bruce sagt: "Elohim ist ein Plural, der GOTT als den bezeichnet, der alle Macht der Gottheit in sich selbst beinhaltet."
Außerdem stellt sich die Frage, wie das in der hebräischen Bibel am häufigsten vorkommende Wort für GOTT (außer JHWH) die heidnische Vorstellung beherbergen kann, dass GOTT drei Personen ist? Das widerspricht jeglichem Monotheismus. Und scheint es nicht anmaßend zu sein, wenn Heiden Juden erklären wollen, was hebräische Worte für eine Bedeutung haben? Nur wenige Kirchenväter haben Hebräisch gekannt, wodurch ihre Theologie stark gelitten hat. Die Schrift bestätigt uns, dass der höchste GOTT sich regelmäßig mit einem Hof himmlischer Ratgeber trifft. Der Psalmist spricht von der "Versammlung der Heiligen" und beschreibt Jahwe als einen "GOTT, der gefürchtet ist im Kreis der Heiligen." (Psalm 89, 5 u. 7; Elbf).
Hiob spricht zweimal von einigen Engeln, wenn er sagt: "da kamen die Söhne GOTTES, um sich vor dem HERRN einzufinden", um von ihren Aktivitäten zu berichten (Hiob 1,6; 2,1). Diese Hierarchie delegierter Verantwortung ist ähnlich wie in den menschlichen Regierungen. Da GOTT sehr oft Engel einsetzt, die Seinen Willen vollbringen sollen, hat ER sie vielleicht auch in der Schöpfung mit einbezogen. Im jüdischen Talmud heißt es über GOTT: "Der Heilige, gepriesen sei ER, tut nichts ohne Sich mit Seinen himmlischen Rat zu beraten." Der berühmte Sir Isaac Newton erklärte: "GOTT macht nichts selbst, was ER durch einen anderen tun kann."

Donald Gowan äußert sich bezüglich 1.Mo 1,26 und 3,22 in ähnlicher Weise:
"Für die meisten der vorgeschlagenen Erklärungen gibt es im Alten Testament keine Unterstützung: das königliche "wir", das beratende "wir", der Plural der Fülle oder einen Hinweis auf eine Mehrzahl von Personen in der Gottheit ... Die einzige Lehre, die die Sprache des Alten Testaments verwendet, ist diejenige, die sagt, dass GOTT hier den himmlischen Rat anspricht, ähnlich wie in Jes 6,8. Dass man geglaubt hat, dass GOTT sich im Himmel mit geistlichen Geschöpfen befragt, zeigt sich in Szenen, wie diesen, die in 1.Könige 22,19-22 und Hiob 1,6 bis 2,6 beschrieben sind. Deshalb hat das beratende "wir" von anderen Texten her Unterstützung und es passt unter der Annahme, dass Israel geglaubt hat, dass es im himmlischen Bereich Geschöpfe gibt ("die himmlischen Heerscharen" – 1.Kö 22,19), deren Identität etwas mit GOTT und mit den Menschen gemeinsam hat, sowohl zu 1.Mo 1,26-27 und 3,22. Der bekannte Einwand, dass Engel nicht an der Schöpfung beteiligt gewesen sind, ist ein rein theologisches Urteil über das, was im Himmel möglich ist."

Also, - diejenigen, zu denen GOTT die Worte "uns" in 1.Mose 1,26; 3,22 und 11,7 gesprochen hat, sind vermutlich eine besondere Gruppe von Engeln gewesen. Vielleicht sind sie Mitglieder Seiner königlichen Ratsversammlung gewesen oder "die sieben Geister GOTTES", was "die sieben Engel, die vor GOTT stehen" (Off 1,4; 8,2) und wahrscheinlich sieben Erzengel sind.

Wie es auch sei: Das 1. Buch Mose liefert keinen stichhaltigen Beweis, dass die "uns" zwei weitere Mitglieder einer angeblichen Dreieinigkeit sind. Der Trinitarier Murray Harris stellt fest: "Es wäre unangemessen, wenn sich Elohim [GOTT] oder JHWH im Alten Testament jemals auf die Dreieinigkeit beziehen sollten, wenn sich im Neuen Testament Theos regelmäßig allein auf den Vater bezieht und offensichtliche niemals auf die Dreieinigkeit."

In meinen Buch The Restitution of Jesus Christ habe ich dieser Frage 14 Seiten gewidmet. Hier habe ich 32 Theologen und ihre Arbeiten zitiert, ebenso auch verschiedene ältere Schriften.


Dieser Artikel stammt von Kermit Zarley (Servetus the Evangelical). Auf seiner Webseite – servetustheevangelical.com –kann man 50 solcher Artikel lesen. Sie sind eine Zusammenfassung seines sorgfältig recherchierten, biblisch in die Tiefe gehenden, 600-seitigen Buches mit dem Titel: The Restitution of Jesus Christ (2008)

 

   

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